"Life is a story of form" spricht die franzöische Schauspielerin Jeanne Moreau dem Betrachter in das Headset, der gleich einem langsamen Tanz und Traum durch die experience, ja das Wort beschreibt es, wandelt. Wie ein Raumschiff aus dem fernen Chanel-Olymp steht die Mobile Art, von Zaha Hadid realisiert, im Central Park auf der Höhe 72nd Street. Dass ich erneut und danach darüber schreibe, gehört zur experience glaube ich. Man will dieses Wunder Anderen kundtun. Fotografieren verboten, Handies und Taschen sind abzugeben am Counter nach dem Eintritt. Der Platz ist in elegantem Schwarz gelegt, die Haut der Struktur ist grau.
Nach einer freundlichen Einführung, man tauche ich ein und folge dem Tempo, das uns die Stimme vorgibt. Mir gelang das nur im ersten Raum, danach musste ich beschleunigen. Seltsam. Er kommt ein Bodenmosaik auf Blumen (siehe Bild via coolhunter), ein Tümpel auch Licht und Lebensformen (sahen aus wie Teile von Insekten), unterlegt mit Musik, die an Café del Mar erinnert, aber dazugehört. Jeder hört es in seiner Sprache mit eigenem Headset. Menschen, die präsent und away sind. Der zweite Raum thematisiert das Weibliche schlechthin, die Frauenbilder fast alle asiatisch dabei. Es gibt Videoinstallationen wie eine, die von oben auf Pappekisten projeziert, hinein gar.
Ein Lichttunnel spiegelt unten am Boden eine Häuserreihe im Regen bei Tag und Nacht. "Mir gefiel immer die Reflexion" erklärt uns Moreau. Ein grüner Container mit Innenleben folgt, das Chanel-Logo immer wieder verfremdet und erkennbar als Hufeisen. Eine attraktive junge Frau, die auf einen Sandsack boxt, Schaukeln mit Chanel-Ketten. Dann eine immense Tasche geöffnert und im Spiegel schießen Frauen in leathersuits mit Maschinengewehren auf Handtaschen. Am Ende kann man Postkarten mitnehmen, eine Notiz hinterlassen an einem Baum und checkt aus.
Mobile Art wurde diese Woche von Karl Lagerfeld in New York eröffnet, nach Sejours in Hongkong und Tokyo. London, Moskau folgen, das Grande Finale in Paris. Weltstädte des Konsums. Ein avantgardistisches, wie ich finde interessantes Experiment - multimedial, techno-ästhetisch, unerwartet. Es setzt auf der global culture auf, die mit der Jahrtausendwende enstanden ist. Nur der Börsencrash stimmt etwas dissonant."Fluidity", das bringt Mobile Art zum Ausdruck meint Zaha Hadid, die die organische Gestalt geformt hat. Natürlich ist das ein Übertritt des Luxus in die Kunst, eine Erhöhung, ein Tempel, Markenkult.
Aber was beschreibe ich lange. Schaut hier dieses Video, in dem Lagerfeld und Hadid ihr Werk im Rahmen des Venedig Architekturbiennale darstellen. Die Idee wie ich von Lydia erfahren habe, wurde in der Lobby des Mercer Hotels geboren, wo sich beide erstmals trafen. Wir wirkt das auf Euch?
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